Page 48 - Schulblatt Thurgau 03 2014
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44 RUND UM DIE SCHULE Schulblatt Thurgau 3 • Juni 2014
NACHHALTIGE ENTWICKLUNG
Mehr Natur
auf den Platz!
Eine beispielhafte naturnahe und kindgerechte Schul-
hausumgebung entstand in Ḧttwilen.
Aurelia Nyfeler-Brunner, Projektleiterin Gr̈ner Ball
WWF Bodensee/Thurgau
D
er WWF Bodensee/Thurgau setzt sich seit rund Wer war bei der Planung und der Umgestaltung
sechs Jahren im Kanton f̈r die Gestaltung von na- beteiligt und wie wurden eure Ideen umgesetzt?
turnahen Schulhausumgebungen ein, u.a. mit dem
C.O.: «Interessierte Eltern, Lehrpersonen, Hauswart, Schulleitung
Wettbewerb «Der gr̈ne Ball». Dieser wurde 2013 zum zweiten und Beḧrdenmitglieder; eine Gruppe von etwa 20 Personen traf
Mal durchgef̈hrt, als Siegerin durfte die Primarschule Ḧttwilen sich an drei Samstagen mit einem Naturgartenbauer. Beim zwei-
das Preisgeld von CHF 5000.– entgegennehmen. Frau Cornelia ten Treffen waren auch Kinder mit dabei und konnten ihre Ideen
Oelschlegel, die Schulleiterin, sagt in einem kurzen Interview, und Ẅnsche einbringen. Bei diesen Treffen ging es um die kon-
wie es zur Umgestaltung ihres Pausenareals kam und welche krete Ausgestaltung: Wir stellten mit Naturmaterialien Modelle
Erfahrungen die Schule und das Dorf nun damit machen.
her wie das Areal aussehen k̈nnten. Die Beḧrden wurden von
dem Projekt ̈berzeugt und ̈ber die weiteren Schritte sẗndig
Welches war die Motivation zur Umgestaltung
informiert. Die Arbeiten zur Umgestaltung wurden innerhalb einer
ihrer Schulhausumgebung?
Projektwoche im Mai 2013 mit den Scḧlerinnen und Scḧlern
Cornelia Oelschlegel: «Bereits bei meinem Stellenantritt als Schul- aller Stufen, allen Lehrpersonen, Beḧrdenmitgliedern, vielen El-
leiterin im 2012 war das Thema Neugestaltung der Schulhausum- tern und Freiwilligen von Chalchrain durchgef̈hrt.»
gebung ein Thema. Nach einem Rundgang mit dem Hauswart
̈ber das Gel̈nde war mir klar, diese grossz̈gige Anlage muss Welche Ideen wurden konkret umgesetzt
umgenutzt werden f̈r unsere Scḧlerinnen und Scḧler. Ein und wer nutzt das Areal nun?
Grossteil der Schulhausumgebung war ordentlich gepflegte, C.O.: «Ein etwa drei Meter hoher Lehmḧgel mit zwei G̈ngen und
gr̈ne Rasenfl̈che, die von den Kindern nicht sonderlich genutzt der zur Burg umgebaute Hasenstall sind wohl die augenf̈lligsten
wurde und auch der Natur keinen Mehrwert bieten konnte.»
Neuerungen. Weiter wird das Regenwasser gesammelt und die
Kinder k̈nnen die Schwengel-Pumpe in warmen Monaten selber
bedienen. Das Wasser fliesst in einen Kies- und Sandplatz. Das
Bachbett k̈nnen die Kinder selber umgestalten, auch der Kies- Siegerprojekt «Der gr̈ne Ball» der Primarschule Ḧttwilen.
Bild: Aurelia Nyfeler-Brunner
und Sandplatz sehen durch das sẗndige Arbeiten der Kinder
immer wieder anders aus. Im Barfussweg finden die Kinder auch
Material zum Spielen. Die Vogelnestschaukel ist einer der Hauptat-
traktionen f̈r die Kinderg̈rtlern: Die ganze Klasse l̈sst sich darin
gerne eine Stunde lang schaukeln. Das Areal wird vor, ẅhrend
und nach der Schule von den Scḧlerinnen und Scḧlern genutzt.
Auch die Spielgruppe und Familien aus dem Dorf treffen sich hier
unter der Woche und am Wochenende, um zu spielen und zu sein.»
Wie wurde die Umgestaltung finanziert?
C.O.: «Etwa 65 Prozent der Kosten wurden von der Gemeinde ̈ber-
nommen, der Rest von Sponsoren. Unter anderem mit einem nach
Kilometer bezahlten Schulwandertag. Bei der Erstellung wurde
uns viel Material gratis zur Verf̈gung gestellt, viele Eltern und frei-
willige Helfer aus dem Dorf haben uns geholfen. Die Anwohner,
der Metzger des Dorfes und eine B̈ckerei verpflegten uns ẅh-
rend der Projektwoche mit Zopf, Sandwiches und Kuchen.»