Page 38 - Schulblatt Thurgau 02 2014
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LEHRPLAN 21 AUSGABE 7 · SCHULBLATT APRIL 2014
Einf̈hrung des Lehr-
plans 21 fr̈hestens
auf Schuljahr 2017/18
Damit im Kanton Thurgau allen Beteiligten gen̈gend
Zeit f̈r die vorbereitenden Arbeiten zur Verf̈gung
steht, soll der Lehrplan 21 im Kanton Thurgau fr̈hes-
tens auf den Beginn des Schuljahres 2017/2018 statt
wie bisher vorgesehen auf das Schuljahr 2016/2017
eingef̈hrt werden. Dies hat der Regierungsrat be-
schlossen.
Sandra Bachmann, Gesamtprojektleiterin Einf̈hrung LP21
E
nde 2012 beauftragte der Regierungsrat das Departe-
ment f̈r Erziehung und Kultur, eine Projektorganisa-
tion zur Einf̈hrung des Lehrplans 21 aufzubauen und
entsprechende Zeitpl̈ne zu erarbeiten. Grundlage dazu bildete
die Absichtserkl̈rung der Deutschschweizer Erziehungsdirek-
toren-Konferenz (D-EDK), den Lehrplan im Herbst 2014 zu
verabschieden und den 21 Deutschschweizer Kantonen zur
kantonalen Bearbeitung und Einf̈hrung zu ̈bergeben.
Die D-EDK f̈hrte zum Lehrplan 21 bis Ende 2013 eine breite Lehrplan fr̈hestens auf Beginn des Schuljahres 2017/2018
Konsultationsphase durch. Auch der Kanton Thurgau hat sich hin einzuf̈hren. Der Zeitpunkt des definitiven Erlasses ist ab-
umfassend gëussert und konkrete Verbesserungsvorschl̈ge ḧngig vom ̈bergabezeitpunkt des fertigen Lehrplans an die
gemacht. F̈r den Regierungsrat ist der Lehrplan als Ganzes Kantone und dem Sicherstellen der n̈tigen Projektschritte, wie
unbestritten, wie er in seiner Konsultationsantwort auf Seite 12 beispielsweise der Durchf̈hrung einer Vernehmlassung zu den
schreibt (vgl. «Weiter in Text & Netz»). Die zahlreichen R̈ckmel- kantonalen Bestimmungen. Daher muss der kantonale Zeitplan
dungen werden nun systematisch und detailliert ausgewertet. angepasst und mit den Beteiligten neu koordiniert werden. Der
Die Plenarversammlung der D-EDK wird Ende M̈rz 2014 die Verband Thurgauer Schulgemeinden (VTGS), Bildung Thurgau
Ergebnisse der Konsultation zur Kenntnis nehmen und ̈ber die und der Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Thurgau
Anpassungen beschliessen. Der derzeitige Zeitplan sieht vor, (VSL TG) begr̈ssen den Entscheid und untersẗtzen dieses
den Lehrplan aufgrund der erforderlichen Sorgfalt bei der ̈ber- Vorgehen.
arbeitung fr̈hestens Ende 2014 den Kantonen zur Einf̈hrung
zu ̈bergeben.
Nun gilt es, auf allen Ebenen die zus̈tzliche Zeit
geschickt einzusetzen:
Ausreichend Zeit
Das ist sp̈ter als bisher angenommen. Die Arbeiten des Kern- Kantonale Vorbereitungen
teams, der Schlussbericht und die kantonale Vernehmlassung zu Die Erarbeitung eines kompetenzorientierten Beurteilungskon-
den thurgauspezifischen Anteilen ḧngen von der Verf̈gbarkeit zepts mit Instrumenten oder der passenden Stundentafeln sind
der finalen Version ab. Neue Stundentafeln beispielsweise k̈n- f̈r die gelingende Umsetzung des Lehrplans 21 zentral. Die
nen erst dann erarbeitet werden, wenn die F̈cherstruktur mit Arbeiten des Kernteams und der Projektleitung k̈nnen dank
den Kompetenzaufbauten gekl̈rt ist.
des zus̈tzlichen Jahres gem̈ss Auftrag sorgf̈ltig weiter ge-
f̈hrt und aufeinander abgestimmt werden. Einiges muss aber
F̈r eine erfolgreiche Einf̈hrung und Umsetzung des Lehr- auch warten, bis die definitive Version des Lehrplans vorliegt.
plans 21 im Thurgau ist es unabdingbar, dass sowohl auf Seiten Die Supportanbieter (Schulberatung AV, Schulentwicklung AV,
des Kantons wie auch der Schulgemeinden gen̈gend Zeit f̈r P̈dagogische Hochschule Thurgau) erhalten mehr Vorlaufzeit
die vorbereitenden Arbeiten zur Verf̈gung steht. Vor diesem und die Lehrmittelsituation verbessert sich weiter in Richtung
Hintergrund findet es der Regierungsrat richtig, den neuen
lehrplankompatibler Lehr- und Lernmittel.